Ich bin im Fernsehen

„Ich bin im Fernseh’n aufgetreten, jetzt bin ich ein Star, denn die nehm’n ja nicht jeden, …“, so sang es Gerhard Schöne 1985. Wenn man nicht gerade in die ganz großen Talkshows will, kommen heute, glaube ich, viel mehr Menschen ins Fernsehen. Und außerdem gibt es Bürgerfernsehen, Youtube und viele andere Möglichkeiten, sich filmisch in der Welt zu zeigen. Irgendwie ist das ja auch demokratischer. Nur wer entscheidet jetzt über die Relevanz? Wer kann über richtig und falsch entscheiden? Die Mehrheit der aktiven (?) Nutzer*innen? Algorithmen? Und wenn ja, was sind die Vor-, aber auch Nachteile gegenüber kuratierten Inhalten, wie sie in den klassischen Medien Standard waren und zum Teil noch sind?

Beim Erstellen des Punktes „Videos“ auf „Über mich“ habe ich trotzdem gern an mehrere Aufzeichnungen in diesem Jahr gedacht. Im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt wurden drei Sendungen der Reihe netzpolitischer Salon live gesendet und aufgezeichnet: Zukunft der Medienpädagogik, Darknet – das Netz für Kriminelle und Demokrat*innen und zur Europawahl. Außerdem haben wir einen Zusammenschnitt aus ausgewählten Folgen dieser Diskussionsrunden zur Digitalisierung der Gesellschaft erstellt, der einen schönen Überblick über die Vielfalt gibt, sowie diesen Trailer.

Trailer netzpolitischer Salon

Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, mit diesem Format ins Bürgerfernsehen zu gehen, weil wir hoffen, damit andere Zielgruppen zu erreichen als die, die sich schon auf den Weg in eine Ev. Akademie gemacht haben. Die Sendungen werden zudem live ins Internet gestreamt und stehen hinterher in der Mediathek des Offenen Kanals und in den Youtube-Kanälen von Junge Akademie und Offenem Kanal zum Nachschauen zur Verfügung.

Es gibt paralell zum Livestream immer auch die Möglichkeit, online mitzudiskutieren oder Fragen zu stellen. Dazu ließ sich 2019 nur feststellen, dass das inzwischen viel schwerer zu organisieren ist als in den Anfangszeiten des Formats, wo wenigstens einige – nicht vorher abgesprochene – Fragen kamen. In den letzten Sendungen hatten wir schlicht kein Live-Feedback, was auch damit zu tun hat, dass wir an dieser Stelle resigniert sind und weniger unserer begrenzten Kraft und Zeit darein stecken, im Netz für die Mitwirkung zu werben.

Fazit: Die Idee des Mitmachnetzes lässt sich angesichts des Überangebots an Informationen scheinbar schwerer organisieren. Oder findet sie einfach nur an anderen Stellen statt?

Bildquelle: Image by Alexander Antropov from Pixabay

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